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Neurologie & Psychiatrie
Trigeminusneuralgie: Diagnose
Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie ist eine relativ seltene, aber sehr schmerzhafte Erkrankung, die pro Jahr bei ca. 4/100.000 Menschen neu auftritt. Hauptsächlich betroffen sind ältere Personen.
Diagnostische Kriterien der klassischen Trigeminusneuralgie
| A | Paroxysmale Schmerzattacken von Bruchteilen einer Sekunde bis zu 2 Minuten, die einen oder mehrere Äste des N. trigeminus betreffen und die Kriterien B und C erfüllen. | |
| B | Der Schmerz weist mindestens eines der folgenden Charakteristika auf: | |
| 1. | Starke Intensität, scharf, oberflächlich, stechend | |
| 2. | Ausgelöst über eine Triggerzone oder Triggerfaktoren | |
| C | Die Attacken folgen beim einzelnen Patienten einem stereotypen Muster | |
| D | Klinisch ist kein neurologisches Defizit nachweisbar | |
| E | Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen | |
Symptomatik
- Blitzartig einschießende, kurz dauernde, unerträgliche Gesichtsschmerzen im Versorgungsgebiet von Ästen des N. trigeminus
- Meist 2. und/oder 3. Trigeminusast betroffen
- Schmerzen nie simultan auf beiden Seiten
- Triggerung durch Berührung, Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Waschen des Gesichts, Rasieren oder Luftzug
- Zwischen den Attacken meist Beschwerdefreiheit
- Nach wiederholten, länger dauernden Paroxysmen dumpfer, stundenlang anhaltender, wenig intensiver Dauerschmerz möglich
- Passagere Spontanremissionen im Langzeitverlauf
Pathophysiologie
- Klassische Trigeminusneuralgie: häufig aberrante, den Nervus trigeminus irritierende Gefäßschlinge
- Symptomatische Trigeminusneuralgie: Tumore im Kleinhirnbrückenwinkel, andere strukturelle Läsionen
- Trigeminusneuralgie im Rahmen einer multiplen Sklerose
Diagnose
- Diagnose auf Basis der Anamnese und klinischen Untersuchung
- Kraniale MRT und MR-Angiographie
Differenzialdiagnose
- Andere Gesichtsneuralgien, wie z.B. die Glossopharyngeusneuralgie
- Clusterkopfschmerz und andere trigeminoautonome Kopfschmerzen
- Persistierender idiopathischer Gesichtsschmerz („atypischer Gesichtsschmerz“); nicht selten als Trigeminusneuralgie fehldiagnostiziert und fehlbehandelt, obwohl durch anhaltende, nicht paroxysmale Schmerzen zweifelsfrei von der Trigeminusneuralgie abgrenzbar; Ausschluss von anderen Erkrankungen (v.a. HNO, Zahn-/Kieferbereich); Analgetika meist wirkungslos; Therapie wie in der Prophylaxe des Spannungskopfschmerzes








